
Ist ADHS eine Modediagnose? Was hinter dem Anstieg steckt
Ist ADHS eine Modediagnose? Was hinter dem Anstieg steckt
Die Zahl der ADHS-Diagnosen bei Erwachsenen hat sich in zehn Jahren verdreifacht. Der Grund liegt weniger in einem Trend als in einer Diagnostik, die Erwachsene jahrzehntelang nicht vorgesehen hat.
Die Zahl der ADHS-Diagnosen bei Erwachsenen hat sich in zehn Jahren verdreifacht. Der Grund liegt weniger in einem Trend als in einer Diagnostik, die Erwachsene jahrzehntelang nicht vorgesehen hat.


Die Zahl der ADHS-Neudiagnosen bei Erwachsenen hat sich in Deutschland innerhalb von zehn Jahren etwa verdreifacht. Von rund neun auf sechsundzwanzig Fälle je zehntausend Versicherte.
Solche Zahlen erzeugen zuverlässig zwei Reaktionen. Die eine: Endlich werden Menschen erkannt, die jahrzehntelang übersehen wurden. Die andere: Da diagnostiziert sich eine ganze Generation selbst, angestiftet von Kurzvideos.
Beide Reaktionen haben einen wahren Kern. Aber keine erklärt, warum der Anstieg gerade jetzt kommt. Die Antwort darauf ist unspektakulärer, als beide Lager es gern hätten, und sie steht in den Diagnosemanualen.
Bis 2013 gab es keine Kriterien für Erwachsene
Wer heute vierzig ist, war 1993 sieben Jahre alt. Damals galt: Für eine ADHS-Diagnose mussten die Symptome vor dem siebten Lebensjahr nachweisbar sein. Kein Spielraum, kein Ermessen.
Das klingt nach einem Detail, ist aber der Kern des Problems. Ein Kind, dessen Schwierigkeiten sich erst in der dritten oder vierten Klasse zeigten, wenn die Anforderungen stiegen, erfüllte das Kriterium nicht. Ein Kind, das durch aufmerksame Eltern oder eine kleine Klasse lange kompensieren konnte, ebenfalls nicht.
Hinzu kam: Es gab keine eigenen Kriterien für Erwachsene. Die Symptome waren an kindlichem Verhalten beschrieben, an Zappeln im Unterricht, an Herumlaufen im Klassenzimmer. Ein vierzigjähriger Mensch, der innerlich getrieben ist und seit Jahren an Aufgaben scheitert, die andere nebenbei erledigen, fand sich in diesen Kriterien nicht wieder. Und die Untersuchung fand ihn nicht.
2013 änderte sich das. Das Alterskriterium wurde auf zwölf Jahre angehoben. Für Erwachsene ab siebzehn wurde die Schwelle von sechs auf fünf Symptome gesenkt. Erstmals gab es Beschreibungen, die zu einem erwachsenen Leben passen.
Der Anstieg der Diagnosen ist also zu einem erheblichen Teil kein Anstieg der Erkrankung. Es ist die Nachholbewegung einer Diagnostik, die Jahrzehnte lang an den Betroffenen vorbeigesehen hat.
Wer dabei besonders übersehen wurde
Die Untererkennung traf nicht alle gleichmäßig. Sie traf vor allem Mädchen und Frauen, und dafür gibt es einen nachvollziehbaren Grund.
Die alten Kriterien beschrieben ADHS über äußerlich sichtbares Verhalten. Motorische Unruhe. Störung des Unterrichts. Impulsdurchbrüche. Das ist die Form, in der sich die Störung bei Jungen häufiger zeigt.
Bei Mädchen richtet sie sich öfter nach innen. Statt körperlicher Unruhe eine permanente innere Getriebenheit. Statt Störens ein Abdriften, das als Verträumtheit gelesen wird. Statt Impulsdurchbrüchen eine emotionale Überforderung, die still ertragen wird.
Dazu kommt etwas, das in der Forschung als Kompensation beschrieben wird und das man in der Praxis regelmäßig sieht: Betroffene entwickeln früh extrem aufwendige Bewältigungsstrategien. Listen, Rituale, stundenlanges Vorbereiten, rigide Kontrolle. Manche erzielen damit gute schulische Leistungen, um einen Preis, den niemand sieht.
Von außen wirkt das wie Unauffälligkeit. Tatsächlich ist es Dauerbelastung. Und sie hält nur so lange, wie die Umstände es zulassen. Wenn Struktur wegfällt, wenn Kinder kommen, wenn die Anforderungen steigen, bricht die Kompensation zusammen. Häufig zwischen dreißig und fünfzig.
Genau dort sitzen die Menschen, die heute in die Sprechstunde kommen. Sie sind nicht plötzlich erkrankt. Ihr System hat aufgehört zu tragen.
Trotzdem: Der Verdacht ist nicht unbegründet
Es wäre bequem, hier aufzuhören. Aber es gibt eine zweite Entwicklung, und sie ist real.
Eine Untersuchung von Kurzvideos zu psychischen Erkrankungen ergab, dass nur etwa jedes fünfte Video fachlich korrekt ist. Über die Hälfte enthält Fehlinformationen oder starke Vereinfachungen. Was dort als ADHS-Symptom beschrieben wird, sind oft allgemein menschliche Erfahrungen: Vergesslichkeit, Aufschieben, Unkonzentriertheit nach zu wenig Schlaf.
Wer sich darin wiedererkennt, ist deshalb nicht erkrankt. Dass jemand über ein Video auf die Frage gestoßen ist, sagt allerdings nichts darüber, ob sie berechtigt ist.
Der Wiedererkennungseffekt ist stark, und er wird verstärkt durch etwas, das schwerer wiegt als Fehlinformation: Eine Diagnose kann entlasten.
Wer seit zwanzig Jahren glaubt, faul, unorganisiert oder charakterschwach zu sein, findet in einer Diagnose eine andere Erklärung für dasselbe Leben. Das ist ein zutiefst verständliches Bedürfnis. Und es ist ein diagnostisches Risiko, weil es die Wahrnehmung der eigenen Vorgeschichte verändert.
Was ADHS ähnlich sieht und keines ist
Die Symptome, die zu einer ADHS-Diagnose führen, sind unspezifisch. Konzentrationsstörungen, innere Unruhe, Vergesslichkeit und Erschöpfung entstehen bei einer ganzen Reihe von Zuständen.
Schlafstörungen. Chronischer Schlafmangel erzeugt ein Bild, das von ADHS klinisch kaum zu unterscheiden ist. Auch eine unbehandelte Schlafapnoe gehört hierher.
Depressive Erkrankungen. Konzentrationsstörungen sind ein Kernsymptom, nicht eine Begleiterscheinung.
Angsterkrankungen. Wer dauerhaft angespannt ist, kann sich schwer konzentrieren. Die innere Unruhe ist real, ihre Ursache ist eine andere.
Traumafolgestörungen. Das ist die Verwechslung, die in der klinischen Arbeit am häufigsten begegnet. Hypervigilanz sieht aus wie Aufmerksamkeitsstörung. Dissoziative Zustände sehen aus wie Abdriften. Innere Getriebenheit sieht aus wie Hyperaktivität. Wer hier ADHS diagnostiziert und stimulierend behandelt, behandelt am Kern vorbei und kann die Symptomatik verschlechtern.
Körperliche Ursachen. Schilddrüsenfunktionsstörungen, Eisenmangel, Vitamin-B12-Mangel. Ohne ärztliche Abklärung bleibt das unentschieden.
Jede dieser Möglichkeiten muss geprüft werden, bevor eine ADHS-Diagnose steht. Wenn das nicht geschieht, ist die Diagnose nicht falsch. Sie ist unbegründet, und das ist etwas anderes.
Woran eine belastbare Abklärung erkennbar ist
Die Antwort auf die Frage nach der Modediagnose liegt nicht in der Zahl der Diagnosen, sondern in ihrer Qualität. Vier Bestandteile entscheiden darüber.
Die Vorgeschichte, belegt statt erinnert. ADHS beginnt in der Kindheit, das ist Definitionsbestandteil. Die eigene Erinnerung an die Kindheit reicht dafür nicht aus, weil sie lückenhaft ist und von späteren Erfahrungen überformt wird. Es braucht andere Quellen: Angaben von Menschen, die einen damals kannten, alte Zeugnisse, frühere Berichte.
Ein strukturiertes klinisches Interview. Nicht ein Fragebogen, in dem man ankreuzt, ob man Schwierigkeiten mit der Konzentration hat. Sondern ein Verfahren, das jedes einzelne Kriterium prüft, mit Nachfragen, mit Beispielen, mit der Möglichkeit, Missverständnisse zu bemerken.
Der Ausschluss anderer Ursachen. Systematisch, nicht nebenbei. Und wo eine körperliche Abklärung nötig ist, unter ärztlicher Beteiligung.
Die Frage nach der Funktionsbeeinträchtigung. ADHS ist nicht eine Sammlung von Eigenschaften, sondern eine Störung mit Krankheitswert. Sie muss in mehreren Lebensbereichen zu erheblichen Schwierigkeiten führen. Wer die Kriterien erfüllt, aber gut zurechtkommt, hat keine Erkrankung.
Also: Modediagnose oder nicht?
Beides trifft zu, aber auf verschiedene Gruppen.
Es gibt einen erheblichen Nachholbedarf. Menschen, die jahrzehntelang an Kriterien vorbeigefallen sind, die ihren Fall nicht vorsahen, und die heute zu Recht eine Diagnose bekommen.
Und es gibt eine Bewegung, die aus Selbstbeobachtung und Kurzvideos gespeist wird und in der Alltagserfahrungen zu Symptomen erklärt werden.
Beide Gruppen sitzen in denselben Wartezimmern. Sie zu unterscheiden, ist die eigentliche diagnostische Aufgabe, und sie lässt sich nicht in zwei Terminen und mit zwei Fragebögen lösen.
Wer eine Abklärung anbietet, die in jedem Fall zu einer Diagnose führt, löst diese Aufgabe nicht. Wer sie ernst nimmt, muss damit rechnen, dass eine Untersuchung auch ohne Diagnose endet.
Wie wir arbeiten
Wir prüfen, ob die Kriterien erfüllt sind, und wir prüfen ebenso sorgfältig, ob etwas anderes die Beschwerden besser erklärt. Dafür erheben wir die Vorgeschichte über mehrere Quellen, arbeiten mit strukturierten Interviews und schließen andere Ursachen systematisch aus. Wo eine ärztliche Abklärung nötig ist, arbeiten wir mit ärztlichen Kooperationspartnern zusammen.
Am Ende steht ein Befund, der begründet, warum eine Diagnose gestellt wird oder warum nicht. Beides ist ein Ergebnis.
Wenn Sie unsicher sind, ob eine Abklärung in Ihrem Fall sinnvoll ist: Wir klären das in einem kostenfreien Orientierungsgespräch. Darin sagen wir Ihnen auch, wenn eine Untersuchung bei uns nicht das Richtige wäre.
Die Zahl der ADHS-Neudiagnosen bei Erwachsenen hat sich in Deutschland innerhalb von zehn Jahren etwa verdreifacht. Von rund neun auf sechsundzwanzig Fälle je zehntausend Versicherte.
Solche Zahlen erzeugen zuverlässig zwei Reaktionen. Die eine: Endlich werden Menschen erkannt, die jahrzehntelang übersehen wurden. Die andere: Da diagnostiziert sich eine ganze Generation selbst, angestiftet von Kurzvideos.
Beide Reaktionen haben einen wahren Kern. Aber keine erklärt, warum der Anstieg gerade jetzt kommt. Die Antwort darauf ist unspektakulärer, als beide Lager es gern hätten, und sie steht in den Diagnosemanualen.
Bis 2013 gab es keine Kriterien für Erwachsene
Wer heute vierzig ist, war 1993 sieben Jahre alt. Damals galt: Für eine ADHS-Diagnose mussten die Symptome vor dem siebten Lebensjahr nachweisbar sein. Kein Spielraum, kein Ermessen.
Das klingt nach einem Detail, ist aber der Kern des Problems. Ein Kind, dessen Schwierigkeiten sich erst in der dritten oder vierten Klasse zeigten, wenn die Anforderungen stiegen, erfüllte das Kriterium nicht. Ein Kind, das durch aufmerksame Eltern oder eine kleine Klasse lange kompensieren konnte, ebenfalls nicht.
Hinzu kam: Es gab keine eigenen Kriterien für Erwachsene. Die Symptome waren an kindlichem Verhalten beschrieben, an Zappeln im Unterricht, an Herumlaufen im Klassenzimmer. Ein vierzigjähriger Mensch, der innerlich getrieben ist und seit Jahren an Aufgaben scheitert, die andere nebenbei erledigen, fand sich in diesen Kriterien nicht wieder. Und die Untersuchung fand ihn nicht.
2013 änderte sich das. Das Alterskriterium wurde auf zwölf Jahre angehoben. Für Erwachsene ab siebzehn wurde die Schwelle von sechs auf fünf Symptome gesenkt. Erstmals gab es Beschreibungen, die zu einem erwachsenen Leben passen.
Der Anstieg der Diagnosen ist also zu einem erheblichen Teil kein Anstieg der Erkrankung. Es ist die Nachholbewegung einer Diagnostik, die Jahrzehnte lang an den Betroffenen vorbeigesehen hat.
Wer dabei besonders übersehen wurde
Die Untererkennung traf nicht alle gleichmäßig. Sie traf vor allem Mädchen und Frauen, und dafür gibt es einen nachvollziehbaren Grund.
Die alten Kriterien beschrieben ADHS über äußerlich sichtbares Verhalten. Motorische Unruhe. Störung des Unterrichts. Impulsdurchbrüche. Das ist die Form, in der sich die Störung bei Jungen häufiger zeigt.
Bei Mädchen richtet sie sich öfter nach innen. Statt körperlicher Unruhe eine permanente innere Getriebenheit. Statt Störens ein Abdriften, das als Verträumtheit gelesen wird. Statt Impulsdurchbrüchen eine emotionale Überforderung, die still ertragen wird.
Dazu kommt etwas, das in der Forschung als Kompensation beschrieben wird und das man in der Praxis regelmäßig sieht: Betroffene entwickeln früh extrem aufwendige Bewältigungsstrategien. Listen, Rituale, stundenlanges Vorbereiten, rigide Kontrolle. Manche erzielen damit gute schulische Leistungen, um einen Preis, den niemand sieht.
Von außen wirkt das wie Unauffälligkeit. Tatsächlich ist es Dauerbelastung. Und sie hält nur so lange, wie die Umstände es zulassen. Wenn Struktur wegfällt, wenn Kinder kommen, wenn die Anforderungen steigen, bricht die Kompensation zusammen. Häufig zwischen dreißig und fünfzig.
Genau dort sitzen die Menschen, die heute in die Sprechstunde kommen. Sie sind nicht plötzlich erkrankt. Ihr System hat aufgehört zu tragen.
Trotzdem: Der Verdacht ist nicht unbegründet
Es wäre bequem, hier aufzuhören. Aber es gibt eine zweite Entwicklung, und sie ist real.
Eine Untersuchung von Kurzvideos zu psychischen Erkrankungen ergab, dass nur etwa jedes fünfte Video fachlich korrekt ist. Über die Hälfte enthält Fehlinformationen oder starke Vereinfachungen. Was dort als ADHS-Symptom beschrieben wird, sind oft allgemein menschliche Erfahrungen: Vergesslichkeit, Aufschieben, Unkonzentriertheit nach zu wenig Schlaf.
Wer sich darin wiedererkennt, ist deshalb nicht erkrankt. Dass jemand über ein Video auf die Frage gestoßen ist, sagt allerdings nichts darüber, ob sie berechtigt ist.
Der Wiedererkennungseffekt ist stark, und er wird verstärkt durch etwas, das schwerer wiegt als Fehlinformation: Eine Diagnose kann entlasten.
Wer seit zwanzig Jahren glaubt, faul, unorganisiert oder charakterschwach zu sein, findet in einer Diagnose eine andere Erklärung für dasselbe Leben. Das ist ein zutiefst verständliches Bedürfnis. Und es ist ein diagnostisches Risiko, weil es die Wahrnehmung der eigenen Vorgeschichte verändert.
Was ADHS ähnlich sieht und keines ist
Die Symptome, die zu einer ADHS-Diagnose führen, sind unspezifisch. Konzentrationsstörungen, innere Unruhe, Vergesslichkeit und Erschöpfung entstehen bei einer ganzen Reihe von Zuständen.
Schlafstörungen. Chronischer Schlafmangel erzeugt ein Bild, das von ADHS klinisch kaum zu unterscheiden ist. Auch eine unbehandelte Schlafapnoe gehört hierher.
Depressive Erkrankungen. Konzentrationsstörungen sind ein Kernsymptom, nicht eine Begleiterscheinung.
Angsterkrankungen. Wer dauerhaft angespannt ist, kann sich schwer konzentrieren. Die innere Unruhe ist real, ihre Ursache ist eine andere.
Traumafolgestörungen. Das ist die Verwechslung, die in der klinischen Arbeit am häufigsten begegnet. Hypervigilanz sieht aus wie Aufmerksamkeitsstörung. Dissoziative Zustände sehen aus wie Abdriften. Innere Getriebenheit sieht aus wie Hyperaktivität. Wer hier ADHS diagnostiziert und stimulierend behandelt, behandelt am Kern vorbei und kann die Symptomatik verschlechtern.
Körperliche Ursachen. Schilddrüsenfunktionsstörungen, Eisenmangel, Vitamin-B12-Mangel. Ohne ärztliche Abklärung bleibt das unentschieden.
Jede dieser Möglichkeiten muss geprüft werden, bevor eine ADHS-Diagnose steht. Wenn das nicht geschieht, ist die Diagnose nicht falsch. Sie ist unbegründet, und das ist etwas anderes.
Woran eine belastbare Abklärung erkennbar ist
Die Antwort auf die Frage nach der Modediagnose liegt nicht in der Zahl der Diagnosen, sondern in ihrer Qualität. Vier Bestandteile entscheiden darüber.
Die Vorgeschichte, belegt statt erinnert. ADHS beginnt in der Kindheit, das ist Definitionsbestandteil. Die eigene Erinnerung an die Kindheit reicht dafür nicht aus, weil sie lückenhaft ist und von späteren Erfahrungen überformt wird. Es braucht andere Quellen: Angaben von Menschen, die einen damals kannten, alte Zeugnisse, frühere Berichte.
Ein strukturiertes klinisches Interview. Nicht ein Fragebogen, in dem man ankreuzt, ob man Schwierigkeiten mit der Konzentration hat. Sondern ein Verfahren, das jedes einzelne Kriterium prüft, mit Nachfragen, mit Beispielen, mit der Möglichkeit, Missverständnisse zu bemerken.
Der Ausschluss anderer Ursachen. Systematisch, nicht nebenbei. Und wo eine körperliche Abklärung nötig ist, unter ärztlicher Beteiligung.
Die Frage nach der Funktionsbeeinträchtigung. ADHS ist nicht eine Sammlung von Eigenschaften, sondern eine Störung mit Krankheitswert. Sie muss in mehreren Lebensbereichen zu erheblichen Schwierigkeiten führen. Wer die Kriterien erfüllt, aber gut zurechtkommt, hat keine Erkrankung.
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Beides trifft zu, aber auf verschiedene Gruppen.
Es gibt einen erheblichen Nachholbedarf. Menschen, die jahrzehntelang an Kriterien vorbeigefallen sind, die ihren Fall nicht vorsahen, und die heute zu Recht eine Diagnose bekommen.
Und es gibt eine Bewegung, die aus Selbstbeobachtung und Kurzvideos gespeist wird und in der Alltagserfahrungen zu Symptomen erklärt werden.
Beide Gruppen sitzen in denselben Wartezimmern. Sie zu unterscheiden, ist die eigentliche diagnostische Aufgabe, und sie lässt sich nicht in zwei Terminen und mit zwei Fragebögen lösen.
Wer eine Abklärung anbietet, die in jedem Fall zu einer Diagnose führt, löst diese Aufgabe nicht. Wer sie ernst nimmt, muss damit rechnen, dass eine Untersuchung auch ohne Diagnose endet.
Wie wir arbeiten
Wir prüfen, ob die Kriterien erfüllt sind, und wir prüfen ebenso sorgfältig, ob etwas anderes die Beschwerden besser erklärt. Dafür erheben wir die Vorgeschichte über mehrere Quellen, arbeiten mit strukturierten Interviews und schließen andere Ursachen systematisch aus. Wo eine ärztliche Abklärung nötig ist, arbeiten wir mit ärztlichen Kooperationspartnern zusammen.
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— Dr. S. Safi, M.Sc.
— Dr. S. Safi, M.Sc.


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Weitere Fragen klären wir schriftlich oder im kostenfreien telefonischen Orientierungsgespräch.
Brauche ich eine Überweisung?
Brauche ich eine Überweisung?
Nein. Alle Leistungen erfolgen auf Selbstzahlerbasis; eine Überweisung ist nicht erforderlich. Ob Ihre Versicherung Kosten übernimmt, klären Sie bitte vorab dort.
Ist das eine Kassenleistung?
Ist das eine Kassenleistung?
Nein. Wir arbeiten ausschließlich privat, unabhängig von Ihrem Versicherungsstatus. Sie erhalten eine Rechnung nach der geltenden Gebührenordnung.
Geht das auch online?
Geht das auch online?
Wir untersuchen bundesweit und weitgehend über einen zertifizierten Videodienst. Nur in einzelnen Konstellationen ist ein Termin in unserer Praxis in Großhansdorf erforderlich. Ob dies bei Ihnen zutrifft, klären wir vor Beginn der Untersuchung.
Wie schnell bekomme ich einen Termin?
Wie schnell bekomme ich einen Termin?
Bei der Autismus-Abklärung, der kombinierten Abklärung von Autismus und ADHS sowie der Trauma- und Dissoziationsdiagnostik findet die erste Untersuchung spätestens eine Woche nach Ihrer schriftlichen Kostenbestätigung statt. Den Termin für den Befundbericht nennen wir vor Beginn verbindlich. Termine für andere Leistungen vereinbaren wir individuell.
Wer behandelt mich?
Wer behandelt mich?
Die erste fachliche Klärung übernimmt Dr. Safi. Wer Sie anschließend behandelt, stimmen wir nach Fragestellung und Passung ab und benennen es Ihnen vorab.
Erstellen Sie auch Gutachten?
Erstellen Sie auch Gutachten?
Ja, forensisch-psychologische und sozialmedizinische Gutachten für Gerichte, Staatsanwaltschaften und Kostenträger, mit verbindlicher Fristzusage vor Annahme.
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